Beim frühen Citroën CX wirkt das Cockpit wie eine geschlossene Einheit rund um den Fahrer. Statt üblicher Rundinstrumente und weit verteilter Schalter setzte Citroën auf eine schalenförmige Instrumententafel mit seitlich angeordneten Bedienelementen. Diese sogenannte Lunula gab dem Innenraum sein unverwechselbares Gesicht.
Hinter der ungewöhnlichen Form stand ein klares Konzept: Fahrinformationen sollten gut erfassbar sein, wichtige Funktionen in Reichweite der Finger liegen. Das Citroën CX Cockpit war damit weit mehr als eine futuristische Stilidee der 1970er-Jahre.
Ein neuer Innenraum für den Nachfolger der DS
Citroën stellte den CX am 26. August 1974 vor. Die neue Baureihe löste die DS ab und erhielt einen Innenraum, dessen Gestaltung der Hersteller auf eine detaillierte Studie zurückführt. Als auffälligstes Merkmal nennt Citroën die Lunula-Instrumententafel.
Mit Lunula ist dabei nicht bloß ein einzelnes Instrument oder eine bestimmte Schaltergruppe gemeint. Der Begriff beschreibt die charakteristische halbmond- beziehungsweise schalenförmige Einheit und das dazugehörige Bedienkonzept rund um das Lenkrad. Citroën schreibt diesen Entwurf dem Bildhauer, Designer und Künstler Michel Harmand zu.
Die Formkunststoffe verbanden Armaturenbrett, Mittelkonsole und Türverkleidungen gestalterisch miteinander. Dadurch entstand ein einheitlich gestalteter Innenraum.
Wichtige Funktionen direkt am Lenkrad
Die seitlichen Bedienfelder der Lunula bündelten Funktionen, die während der Fahrt häufig gebraucht werden. Dazu zählten laut Citroën Licht, Blinker, Scheibenwischer und Hupe. Sie sollten mit den Fingerspitzen erreichbar sein, ohne dass der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen musste.
Diese Anordnung unterschied sich deutlich von Cockpits mit klassischen Lenksäulenhebeln oder Schaltern im Armaturenbrett. Der Fahrer griff seitlich in die Bedienfelder, während das Lenkrad den festen Bezugspunkt bildete. Instrumententräger, Tasten und Lenkrad waren damit als zusammengehörige Bedienlandschaft angelegt.
Daraus folgt kein pauschales Urteil über die Ergonomie nach heutigen Maßstäben. Historisch zeigt das Konzept jedoch, welches Ziel Citroën verfolgte: kurze Griffwege und eine konsequente Ausrichtung der Bedienelemente auf den Fahrer.
Der Trommeltacho als Teil des Konzepts
Auch die Geschwindigkeitsanzeige wich von der üblichen Zeigeruhr ab. Der frühe CX besaß einen beleuchteten Trommeltacho. Die Geschwindigkeit erschien als große Zahl in einem Sichtfenster. Nach Darstellung von Citroën sollte sie dadurch schneller zu erfassen sein als bei einer herkömmlichen Zeigeranzeige.
Der Trommeltacho passte zur Grundidee der Lunula. Die Anzeige sollte auf einen Blick eine konkrete Information liefern, während die Bedienfelder dicht am Lenkrad lagen. Form und Funktion wurden also nicht getrennt behandelt. Gerade dieses Zusammenspiel erklärt, weshalb das frühe Citroën CX Cockpit bis heute so eigenständig erscheint.
Warum ausdrücklich vom frühen CX die Rede ist
Die markante Lunula darf nicht auf sämtliche Baujahre des CX übertragen werden. L’argus beschreibt die Armaturentafel der ersten Phase als außergewöhnlichen Entwurf, weist aber zugleich auf die starke Überarbeitung beim Facelift von 1985 hin. Frühe und spätere Ausführungen sollten daher weder gestalterisch noch bei der Einordnung von Armaturenteilen gleichgesetzt werden.
Die CX-Limousine blieb bis Juli 1989 in Produktion, die Kombiversionen liefen bis zum Sommer 1991 weiter. Insgesamt entstanden nach Herstellerangaben zwischen 1974 und 1991 genau 1.042.460 Fahrzeuge. Das berühmte Lunula-Konzept steht jedoch vor allem für die frühen Jahre der Baureihe: eine Zeit, in der Citroën Anzeigen, Schalter und Lenkrad zu einem gemeinsamen Bedienkonzept verband.
Quellen und weiterführende Informationen
- The Citroën CX celebrates 50 years of automotive excellence and progress – Citroën / Stellantis Media
- Citroën: Almost 100 years of history in comfort class – Citroën / Stellantis Media
- Essai rétro Citroën CX : 50 ans et toujours futuriste – L’argus
